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Ziegenkäserei Fischer

ziege

Ein Ausflug über die hessische Landesgrenze hinweg brachte uns nach Richelbach zur Fam. Fischer, die dort Ihre Ziegenzucht und Ziegenkäserei betreibt. Richelbach gehört zur Gemeinde Neunkirchen, die in Unterfranken, im Landkreis Miltenberg liegt.

Angefangen hat es mit einem Abend in einer Häckerwirtschaft, ein paar Gläsern Wein und einer Käseplatte. Auf dieser fand sich ein sehr leckerer Ziegenkäse und auf die Frage, wo dieser denn her sei, wurden wir an die Ziegenkäserei Fischer in Richelbach verwiesen. Also haben wir kurzerhand dort angerufen und einen Besuchstermin für einen Samstag ausgemacht.

Da auf dem Weg nach Richelbach die schöne, mittelalterliche Stadt Miltenberg liegt – und Herr Fischer dort die verschiedenen Käsesorten verkauft, haben wir zuerst auf dem Wochenmarkt einen Stopp eingelegt. Wir waren wirklich erstaunt über den Andrang, der dort herrschte. Anschließend sind weiter nach Richelbach zu Frau Fischer auf den Hof gefahren. Sie hat uns die Ziegen und die Käseproduktion ausführlich gezeigt und erklärt.

Angefangen hat alles vor ziemlich genau 25 Jahren mit drei Ziegen – zur Zeit sind es 10 Ziegen, ein Bock (der Bartholomäus, auch Barthl genannt) und neun Zicklein. Der Barthl steht isoliert von den Damen und kommt erst Anfang September bis Mitte Okotber wieder zu Ihnen, um sie zu decken. Die jungen Ziegen kommen dann nach rund fünf Monaten Tragezeit im Februar, März im Stall auf die Welt.

Ziegen sind von Haus aus sehr neugieriege Tiere und so wurden wir und unsere Kameras sehr genau in Augenschein genommen. Und auch Barthl war nicht nur neugierig, sondern auch ein sehr verschmuster Kerl – einmal angefangen, ihn am Hals und Kopf zu streicheln und zu kraulen, durfte man nicht aufhören und er forderte seine Streicheleinheiten vehement ein. Wir erfuhren, daß Ziegen unkomplizierter sind, was die Melkzeiten angeht. So kann man z.B. auch einmal eine oder zwei Stunden später melken – bei Kühnen ist das nicht so – die bestehen auf Ihre feste Melkzeiten und wer schon einmal gehört hat, wie Kühe anfangen zu schreien, wenn sie nicht gemolken werden, der weiß, was wir meinen.

Gemolken wird bei Fam. Fischer in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr – noch traditionell von Hand. Die Ziegen gehen von alleine auf den Melktisch, können dabei etwas fressen und gehen nach Ihrer Milchabgabe wieder zurück zu den anderen Ziegen. Aus der frisch gemolkenen Milch werden dann in der Käserküche solche Leckereien gemacht wie Ziegenquark, Kräuterquark oder Kräuterrolle (je nach Jahreszeit auch mit Bärlauch versehen), ein Luftgetrockneter Ziegenkäse (Hartkäse zum Reiben), das Fränkische Schimmelchen (nach Camembert-Art) sowie junger, ungereifter Frischkäse mit verschiedenen Gewürzen wie Pfeffer oder Knoblauch.

Ein sehr beliebter Käse (nicht nur den belieferten Häckerwirtschaften und Wirtschaften) ist der Malaga, ein gereifter Frischkäse, der in Kräuteröl oder Knoblauchöl eingelegt wird und somit nicht nur sehr schmackhaft, sondern auch länger haltbar ist.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist: an jedem zweiten Samstag in den ungeraden Wochen ist der Wochenmarkt in Miltenberg – da kann man alle Käsesorten probieren und auch gleich kaufen (kleiner Tipp: früh da sein, um noch eine große Auswahl zu haben) – oder aber den Käse bei Fam.- Fischer direkt abholen – dann aber am besten vorher einen Besuchstermin ausmachen, da es keinen Hofladen mit festen Öffnungszeiten gibt.

Familie Gertrud und Gustl Fischer
Ziegenzucht und Ziegenkäserei
Bischof-Schlör-Str. 2
63930 Richelbach (Gemeinde Neunkirchen)
Tel: 09378/1346
E-Mail: fam.fischer_ziegenzucht@web.de